Führe das Gespräch aufmerksam
Erläutere zu Beginn Ziel, Ablauf und die vereinbarten Bedingungen. Sorge für eine ruhige Situation und frage nach, ohne Zustimmung oder Ablehnung zu signalisieren. Gib Raum für Pausen. Du darfst Themen vertiefen, solltest die Forschungsfrage dabei aber im Blick behalten.
Dokumentiere nach jedem Interview Dauer, Rahmen und auffällige Gesprächssituationen. Trenne dabei Beobachtungen von deiner Deutung. Ein kurzer Satz wie „Bei der Frage nach der Kontaktaufnahme entstand eine lange Pause“ ist zunächst genauer als „Die Person war unsicher“.
Leas BachelorarbeitEin Abbruch der Suche wird zum wichtigen Kontrast
Eine Teilnehmerin erzählt Lea, dass sie ein Vereinsprofil ansprechend fand, sich aber nicht meldete. Lea fragt nach dem weiteren Verlauf. Es fehlte eine klare Information dazu, ob Anfängerinnen willkommen waren. Das passt nicht zu ihrer anfänglichen Erwartung, dass ein attraktives Profil schon ausreiche.
Lea notiert diesen Kontrast für die Auswertung, ohne ihn aus einem einzigen Gespräch zu einer allgemeinen Erklärung zu machen. Gerade solche Gegenbeispiele können helfen, vorläufige Annahmen zu prüfen.
Bereite Material passend zur Analyse auf
Lege Transkriptionsregeln fest, die zu deinem Verfahren passen. Für eine inhaltsbezogene Frage können andere Details nötig sein als für eine Gesprächsanalyse. Prüfe die Transkripte am Ausgangsmaterial und kennzeichne unverständliche Stellen. Bei automatischer Transkription gelten dieselben Anforderungen an Prüfung und zulässige Datenverarbeitung.
Verwende Kennungen und prüfe indirekt identifizierende Angaben. Schütze Rohdaten und Zuordnungslisten mit dem vorgesehenen Zugriffs- und Aufbewahrungskonzept. Halte fest, welche Interviews tatsächlich zustande gekommen sind und wie sie zu deiner Auswahlstrategie passen.
Fachliche Grundlagen & Quellen
Die Quellen tragen die fachlichen Erläuterungen. Die Fundstellen helfen dir beim gezielten Weiterlesen. Die Fallgeschichte und ihre Beispieldaten sind eigens für den Kurs konstruiert.
